Die Grabkapellen vom Turm der Sankt Petri Kirche gesehen
. Die Rasenfläche ist der Kräutergarten der von den Grabkapellen umschlossen wird

Architektonisch eine Seltenheit, und theologisch und kulturell immer wieder ein Denkanstoss. Das sind die Grabkapellen der Sankt Petri Kirche. Von oben betrachtet haben die Gebäudeteile insgesamt fast die Form eines Schlüssels, was zu Petri natürlich sehr gut passt. Was aussieht wie aus einem Guss, ist jedoch das Ergebnis zweier Bauphasen: der westliche Teil, „die neue Kapelle“ rahmt den Kräutergarten ein und stammt aus dem Jahre 1681. Der östliche Teil dagegen wurde 1739 gebaut. Unter dem östlichen Teil gibt es Krypten von noch älteren Kapellen von 1658 bzw. 1648.

Namhafte Bildhauer wie z. B. Wiedewelt schufen Epitaphe für wohlbetuchte Verstorbene, und in den Nischen stehen Prachtsarkophage, an deren Gestaltung sich nicht nur der finanzielle Status ablesen lässt, sondern auch erkennbar wird, dass Grablegung und Tod zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich begegnet wird.

Heute kann man sich nur schwer vorstellen, dass man in der Wandelhalle nach dem Gottesdienst flanierte, um sich in der neuesten Mode zu zeigen…

Hier ruhen Menschen, die im Leben Gegner oder Freunde waren, sich im Gottesdienst begegnet sind, einflussreiche Männer am dänischen Hofe, Kaufleute und Menschen, deren Geschichte wir nicht mehr kennen. Gemeinsam für sie alle ist, dass sie in den Grabkappellen ihre letzte Ruhestätte fanden.

Im Zuge der letzten Restaurierung wurde in den Grabkapellen ein neues Kolumbarium für Urnenbeisetzungen eingerichtet.

Claudia Hoffmann Dose