Christian Siegfried von Plessen (1646-1723)

Für königliche Eheschließungen schien er ein Händchen zu haben und erhielt im Gegenzug in unerhört jungem Alter den vornehmen Elephantenorden. Außerdem musste er auf Drängen des Königs das Amt als Finanzminister übernehmen. Sein entschlossenes Durchgreifen führte zu regelmäßigen Gehaltszahlungen für die Angestellten des Staates und zu Steuersenkungen für die Bevölkerung. Der König und von Plessen schätzen die politischen Geschehnisse jedoch nicht immer gleich ein, und irgendwann hatte er bei Hofe im diplomatischen Spiel ganz schlechte Karten. Beim Brand von Schloss Sophie Amalienborg 1689 konnten seine drei ältesten Söhne gerade noch gerettet werden, aber seine zweite Ehefrau, Clara Eleonore von Bülow, und seine älteste Tochter erlagen ihren Verletzungen.

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Christian Siegfried von Plessen war der erste dänische Träger des Namens dieser alten Adelsfamilie aus Mecklenburg. Er war Besitzer der Güter Hoickendorf und Mandrow und wurde 1673 Kanzleirat in Schwerin. Indessen lernte er den dänischen Prinzen Jørgen kennen und trat 1678 in dessen Dienste. Der Prinz war der zweitälteste Sohn des Königs Friedrich III und Sophie Amalie. Von Plessen begleitete den Prinzen nach England zu dessen Vermählung mit der englischen Prinzessin Anne, die 1702 Königin wurde. Er verwaltete das Vermögen des Prinzen in Dänemark in dessen Abwesenheit. Christian S. von Plessen wurde im Jahre 1692 Präsident der „Rentekammer“ eine Art Finanzminister, ein Amt in dem er sehr erfolgreich war, aber in dem er vielleicht genau deswegen viele Feinde bekam.

Im Jahre 1695 brachte von Plessen die Prinzessin Louise von Mecklenburg-Güstrow als Braut des dänischen Kronprinzen dem späteren Frederik IV nach Dänemark und erhielt bei dieser Gelegenheit den Elephantenorden. Allmählich spielte er auch eine wichtige politische Rolle. Zusammen mit seinem Freund, dem gleichaltrigen Oberkriegssekretär Christian de Lente, der in der Lenteschen Kapelle bestattet ist, vertrat er die englisch-freundliche Partei der „Seemächte“ im Gegensatz zu der Frankreich wohl gesonnenen Partei des Großkanzlers Conrad Reventlow.

Er war gegen die Kriegserklärung gegen Schweden im Jahre 1700, aber als der König die Halbinsel Tönning erobern wollte, gab er seine Zustimmung mit der Begründung, „man solle keine halbe Torheit begehen.“ Noch im selben Jahr nahm er seinen Abschied, wahrscheinlich in Verbindung mit Hofintrigen. Auch war er sehr gegen das Verhältnis des Königs zu der Gräfin von Viereck, der Tochter des preußischen Gesandten.

Erik Thorud