Heinrich Carl Schimmelmann 1724 – 1782

Heinrich Carl Schimmelmann wurde 1724 in Pommern geboren und kam als Erwachsener nach Dänemark, wo er im Finanzministerium schnell in die obersten Grade aufstieg. Gleichzeitig war er ein guter Kaufmann, der den Dreieckshandel zwischen Afrika, Westindien und Dänemark förderte und damit reich wurde. 1771 wurde er Leiter der neu eingerichteten Schatzkammer, er bekam den Elefantenorden und wurde zum Lehnsgrafen ernannt.

Im Ausführlichen

Schloss Ahrensburg
Foto: Jürgen Jobst

Heinrich Carl Schimmelmann war Großkaufmann und Finanzexperte und spielte eine bedeutende Rolle für die Finanzpolitik des dänischen Reiches in zwei Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts.
Er wurde am 13. Juli 1724 in Demmin in Pommern geboren und begann seine Karriere erst in Stettin, dann in Dresden als Kaufmann und Lieferant für das preußische und das sächsische Heer. Er erwarb die Porzellanmanufaktur in Meißen und konnte sie später mit gutem Gewinn wieder verkaufen. 1759 zog er nach Hamburg und kaufte das Gut Ahrensburg nördlich der Stadt, das er sein Leben lang behielt.

Festsal des Schloss Ahrensburg
Foto: Wolfgang Elliesen

In Hamburg traf er Johann Hartwig Ernst Bernstorff, der damals dänischer Außenminister war und ihn bald nach Kopenhagen einlud. H.C. Schimmelmann wurde im Kommercekollegium, heute würde man sagen: Finanzministerium, angestellt und stieg schnell zum Leiter der Staatsfinanzen auf. 1762 wurde er Ritter des Dannebrogsorden und zog in das Berckentinsche Palais, das heutige Odd-Fellow-Palais, ein.

Damals war die dänische Wirtschaft in Schwierigkeiten – es fehlte an Exportgütern – und der Staat hatte große Schulden. H.C. Schimmelmann konnte mit viel Geschick günstigere staatliche Anleihen beschaffen, und er führte die Lohnsteuer als wichtige Einnahmequelle des Staates ein. Sein wichtigster Beitrag für die dänische Wirtschaft war die Stärkung des Außenhandels, an der er auch persönlich Teil hatte. Dänemark hatte Handelsstationen im heutigen Ghana, und H.C. Schimmelmann hatte große Zuckerrohrplantagen in Westindien erworben, für die viele Sklaven aus Afrika benötigt wurden. In Christianshavn richtete er eine Zuckerraffinerie ein, und so wurde der Grundstein für den Dreieckshandel gelegt. Auch die Gründung der Asiatischen Kompanie fiel in diese Zeit.

H.C. Schimmelmann hatte ein gutes Verhältnis zu Christian VII. – er nahm 1768 an dessen Auslandsreise teil und konnte den König sogar dazu bewegen, seiner Maitresse Støvlet-Cathrine den Laufpass zu geben. Als Struensee 1770 an die Macht kam, zeigte Schimmelmann  zuerst gute Miene zum bösen Spiel, ja seine Ehefrau, Caroline Tugendreich, gehörte zum Freundinnenkreis um Königin Caroline Matilde.  Aber bald erkannte H.C. Schimmelmann Struensees unmögliche Stellung und zog sich ab 1771 aus den Regierungskreisen zurück, aber nur, um sich nach Struensees Fall umso energischer um die Staatsfinanzen zu kümmern. 1773 wurde er Leiter der neu eingerichteten Schatzkammer und zum Ritter des Elefantenordens geschlagen. 1779 wurde er zum Lehnsgrafen ernannt. Er hatte weiterhin großen Einfluss auf die dänische Entwicklung zur Handels- und Seefahrernation, u.a. durch die Gründung des königlich grönländischen und isländischen Handels, durch die Stärkung des Schiffbaus und den Beginn des Nord-Ostsee-Kanals.

Heinrich Carl Schimmelmann starb 1782. Die vorliegenden Quellen geben keinen Beweis dafür, dass er Mitglied der St. Petri Gemeinde war, aber seine enge Verbindung zu den maßgebenden deutschen Familien in Kopenhagen lässt darauf schließen. Er hat in jedem Fall einen wichtigen Beitrag zu den guten deutsch-dänischen Beziehungen seiner Zeit geleistet.

Wulf Wätjen