Zielsetzung für das Sankt Petri Kulturzentrum

In der Zielsetzung unserer Gemeinde lautet ein zentraler Satz: „Wir sehen uns nicht zuletzt als Brücke zwischen deutschem und dänischem Kirchen- und Kulturleben.“

Die Kulturarbeit an Sankt Petri findet im Rahmen des 1998 gegründeten Kulturzentrums statt. Sein Ziel ist es, Sankt Petri zu einem Ort zu machen, an dem ein Austausch und ein Miteinander zwischen den deutschen und deutsch-dänischen Institutionen in der dänischen Hauptstadt stattfinden kann. Der durch die Restaurierung neu geschaffene Christian-V.-Saal, das ehemalige Nordschiff der Kirche sollte den Rahmen dafür bieten. Damit sollte an die Zeit der Bedeutung der Sankt Petri Kirche als einem entscheidenden geistigen Zentrum in Kopenhagen, die vor etwa 150 Jahren zu Ende ging, angeknüpft werden.

Aber die Kulturarbeit soll diesen Stellenwert auch aus inhaltlichen, theologischen Gründen haben. Sie geschieht aus der Überzeugung heraus, dass sich Glaubensleben nicht sinnvoll hinter verschlossenen Türen und hohen Mauern abspielen kann. Sondern nur im Dialog mit möglichst vielen Menschen, mit dem “wirklichen”, alltäglichen Leben. Es ist ein Kennzeichen der lutherischen Reformation, dass der Einzelne die Glaubensdinge für sein eigenes Leben in Alltag, Familie und Beruf nutzbar machen kann und sollte. “Gottesdienst” sollte nicht nur am Sonntagmorgen stattfinden, sondern jeden Tag, auch gerade im Beruf, verstanden als “Berufung”. Der Gottesdienst am Sonntag sollte dafür die Quelle sein. Deshalb musste er in der Muttersprache gefeiert werden, damit die Menschen verstehen konnten, worum es ging. Deshalb der Einsatz der Reformatoren für Schulbildung. Und deshalb auch die Ablehnung des Rückzugs in ein klösterliches Sonderleben.

Theologisch ist dies in der “Inkarnation” begründet, der “Fleischwerdung” Gottes – also seines Kommens in die Welt. Seit Jesus können wir uns eigentlich Gott nicht mehr in einer Sonderwelt über uns vorstellen, sondern als eine Kraft mitten im Leben.

Deshalb soll also auch das Leben in all seinen Farben und Schattierungen hinein in unser Kirchengebäude. Offene Türen sollen Sankt Petri prägen – als ein Zeichen für die Offenheit des Gottes, den wir zu verkündigen haben.