Liebe Freunde und Freundinnen,

ich grüße Euch herzlich zum Reformationstag 2020.

Vor 503 Jahren, am 31.10.1517, veröffentliche Martin Luther seine 95 Thesen, Ob er sie wirklich an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg hämmerte, ist in der Forschung umstritten. Dennoch gilt: Er setzte damit eine Bewegung in Gang, die das Weltgeschehen stark veränderte. Was hilft uns nun im Jahr 2020 das Erinnern und Vergegenwärtigen dieses Ereignisses? Der Reformationstag mitten in der Corona-Krise, das bedeutet auch, Gewohnheiten sind erschüttert, Ordnungen werden fraglich, Freiheiten sind ausgesetzt. Die Frage, was uns verbindet, stellen wir in neuer Intensität, wenn Nähe ein Gefahrengut ist. Zugleich hören wir den Aufruf zur Buße in der Ersten der 95 Thesen von Martin Luther in einem andern Klang.

Für die Reformation war entscheidend, in der Krise die Hoffnung nicht nur in gegenwärtigen Erfahrungen zu suchen, sondern in den Ursprüngen des Glaubens, und seiner Auslegung in der Geschichte. Gewiss: In dieser Krise sind Verordnungen und Hygienebedingungen unverzichtbar. Tröstlich sind sie nicht. Mindestens so sehr brauchen wir deshalb die Liebe zum Nächsten.

“Nichts anderes soll er sich vornehmen“ schreibt Martin Luther, „als das, was den anderen nötig ist: Das ist ein wahrhaftiges Christenleben, und da geht der Glaube mit Lust und Liebe zu Werke.“ Unser Hoffnung wird Wirklichkeit, wenn wir beginnen für sie zu handeln, in Lust und Liebe.“

In Sankt Petri feiern wir den Reformationstag am 1.11. um 11h in einem Gottesdienst, in dem unsere Konfirmanden uns mit auf eine Zeitreise nehmen werden. Im Kirchencafé im Anschluss werden sich dann unsere 10 Kandidaten für den Kirchenrat vorstellen. Wir danken schon jetzt allen Kandidaten für ihre Bereitschaft, dieses wichtige Amt zu übernehmen!

Nächsten Sonntag, am 8.11.2020, feiern wir mit dem Kindergottesdienstteam, den Kinderchören und Hauptpastorin Rajah Sankt Martin – herzliche Einladung!

Für die Kirche gelten neue Regeln, die wir bitten, zu beachten: Bitte haltet Euch daran und tragt einen Mund-Nasen-Schutz immer, wenn Ihr nicht an Eurem Platz sitzt. Auch auf das gemeindliche Singen müssen wir weiterhin verzichten.

Zu den Regeln: https://www.folkekirken.dk/aktuelt/nyheder/hvilke-coronaregler-gaelder-i-kirken

Gleichzeitig gilt: Gottesdienste finden weiterhin statt. Gerade jetzt brauchen wir Orte und Zeiten, wo Menschen Kraft und Hoffnung schöpfen und ihre Sorgen und Ängste zur Sprache kommen können. Gottesdienste bieten dafür Raum. Sie sind Stärkung auf dem Weg durch das Leben, getragen von Gottes Liebe. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Bleibt gesund,

Eure

Rajah & das Sankt-Petri-Team